Warten auf Tag X - Zebras in der Warteschleife

Wie geht´s nun weiter - Die U15 Mädels des MSV beratschlagen sichDuisburg (mm) - Während die Corona Pandemie die Welt weiterhin im Schwitzkasten hält und mindestens bis Ende April noch nicht an die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den deutschen Fußballklassen zu denken ist, wird auch die Diskussion über die Zeit nach der Lockerung der aktuellen, gesetzlichen Auflagen in den sozialen Medien derzeit sehr hitzig geführt.

Auch wenn MSV-Frauen Chefcoach Thomas Gerstner seinen Profi-Kader am Montag bereits wieder zum Mannschaftstraining gebeten hat, so reichen die Vorschläge in den unteren Ligen vom sofortigen Abbruch bis zur Fortsetzung der laufenden Saison im Frühjahr 2021.

Was ist richtig, was umsetzbar und was vorallem gerecht? Eine aktuelle Einschätzung zur Situation bei den MSV-Frauen.

Warten auf Tag X - Zebras in der Warteschleife

Warten auf das nächste Derby - Der MSV und die TS Rahm müssen Geduld beweisenMit dem 2:0 (1:0) Erfolg am 15. Spieltag der U17 Niederrheinliga gegen Borussia Bocholt ,mit dem sich die B-Juniorinnen des MSV am 11.03.20 wieder an die Tabellenspitze schossen, schloss sich der Vorhang für den Spielbetrieb der MSV-Frauen an der Mündelheimer Straße und nun darf natürlich in sämtlichen Altersklassen spekuliert werden, wann und vorallem wie die Jagd nach der runden Lederkugel fortgesetzt werden wird.

Hier wurde zunächst mal der DFB aktiv und beschloss in Abstimmung mit den Landesverbänden Änderungen in der aktuellen DFB-Spielordnung, die z.B. einen Spielbetrieb über das eigentliche Saisonende am 30.06.2020 sowie den Einsatz von Spielerinnen der Altjahrgänge über diese sonst feste Datumsgrenze ermöglichen. Doch was bedeutet das für den Zebra-Nachwuchs?

Relativ entspannt kann U13 Coach Michael Lohmann an die Sache herangehen. Seine Mini-Zebras hoppelten zunächst in der männlichen D-Junioren Kreisklasse und nun in der D-Juniorinnen Kreisklasse über den Platz, in der es weder um Auf-noch Abstieg, sondern hauptsächlich um das Erlernen von Grundfertigkeiten der Fußballschule geht. Ähnlich schaut es bei den U15-Zebras von Franzi Göbel aus, die in der mit 13 Teams besetzten C-Junioren Kreisklasse derzeit den guten, achten Platz belegen und ihre Fertigkeiten wie auch die körperliche Robustheit im Spielbetrieb gegen den männlichen Duisburger Fußballnachwuchs in der Kreisklasse weiterentwickeln.

Doch schon beim B-Juniorinnen Jungjahrgang, der mit dem jüngsten Kader der Liga und einer bisherigen Saisonbilanz von neun Siegen in neun Spielen unaufhaltsam in Richtung Niederrheinliga-Qualifikationsrunde unterwegs war, kommt es zu den ersten Verstrickungen. Einmal ist die Leistungsklasse, in der die U16 des MSV gerade aktiv ist nur eine Halbrunde, die ihren Betrieb erst nach der Winterpause einer Spielzeit aufnimmt und auch das fast sichere Erreichen der Niederrheinliga-Qualifikation bringt die U16-Mädels keinen Schritt weiter, da man sich in der dann folgenden Spielrunde erst gegen die dazustoßenden Teams aus der laufenden Niederrheinliga beweisen und durchsetzen müsste.

Geduld gefragt-Auch die Mini-Zebras warten auf die Fortsetzung der SaisonWas uns dann auch direkt in genau die Liga bringt, die aktuell von der U17 des MSV angeführt wird. Kurios dabei: Durch das noch nicht ausgetragene Auswärtsspiel bei Union Wuppertal haben die Seeger-Mädels sogar noch eine Hinrundenbegegnung offen. Zwar ist in den Spielstatuten hinterlegt, dass für den aktuellen Fall der Punktgleichheit (Duisburg und Moers haben jeweils 33 Zähler auf dem Konto) der GSV Moers aufgrund des gewonnenen, direkten Vergleiches als Meister gekürt würde, doch bezieht sich die Regel auf einen Sachverhalt, wie er allerdings erst am Ende(!) der Saison in einer solchen Form anzutreffen ist. Trotz der Punktgleichheit sind die U17 Mädchen derzeit das Team der Stunde und brennen auf eine Fortsetzung der Liga. Bester Angriff, sicherste Abwehr und seit 5 Stunden und 20 Minuten ohne Gegentor, die Zahlen sprechen für sich.

Würden zu gerne weiterjubeln - Die MSV-Frauen sind in der Elite-Klasse auf Nicht-Abstiegs-KursSpitz auf Knopf geht es auch in der Frauen-Niederrheinliga zu, in der sich die U21 der Zebras, der 1. FC Mönchengladbach und der VfR Warbeyen einen Dreikampf um den Aufstieg in die Regionalliga West liefern. Unübersichtlich wird das Ganze vorallem, weil alle drei genannten Teams eine unterschiedliche Anzahl von gewerteten Pflichtspielen aufweisen. Ähnlich kniffelig ist die Lage auch in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Nicht in den oberen Regionen, wo der VfL Wolfsburg lässig gemütlich seinem vierten Meistertitel in Folge "entgegenschlendert", sondern im Tabellenkeller, wo sich die MSV-Frauen zusammen mit Bayer 04 Leverkusen, dem 1. FC Köln und dem FF USV Jena in einem Vierkampf um den Nichtabstieg liefern. Auch hier ist die Pflichtspiel-Anzahl der Kontrahenten unterschiedlich, so dass es auch hier keine einvernehmlich praktikable Lösung gibt.

U.a. solche Konstellationen verbieten aus Gründen der Fairness eigentlich einen Abbruch der Saison und würden eine massive Klagewelle nach sich ziehen, der vermutlich keiner der Verbände Herr werden würde. Die letzten Aktionen der Verbände und die bislang getroffenen Vorkehrungen lassen jedenfalls erahnen, dass man gewillt ist, eine sportliche Lösung zu präsentieren, mit der nach Möglichkeit die Vereine, die Spielerinnen, Zuschauer und auch die Sponsoren leben können.

Auch wenn am heutigen Tag noch niemand so richtig weiß, wann der Tag X kommen wird, an dem es wieder raus auf den Platz geht, so würden sicherlich alle aktuellen MSV-Trainer nur zu gerne den Ratschlag des ehemaligen Weltmeisters Franz Beckenbauer an ihre Teams weitergeben, der lautete:
"Geht´s raus und spielt´s Fußball!"